67 000 Euro Mehrkosten für „Klassenzimmer plus“ in Jübar / Erste fünf Gewerke sind ausgeschrieben

Anfang August soll die Sanierung der Jübarer Grundschule starten. Auch für das zusätzliche „Klassenzimmer plus“ sind die Weichen jetzt gestellt. Es kostet knapp 67 000 Euro. Die Mehrkosten übernimmt die Gemeinde Jübar.
Das Jübarer Grundschulgebäude wird ab den Sommerferien für ein Jahr zur Großbaustelle. Geplant ist die brandschutztechnische Ertüchtigung des Hauses und die komplette Sanierung der Elektroinstallation. Zudem soll ein „Klassenzimmer plus“ entstehen.
Foto: Walter Mogk VOLKSSTIMME

Die letzten Hürden auf dem Weg zur geplanten Sanierung des Jübarer Grundschulgebäudes sind aus dem Weg geräumt. Wegen des vom Verbandsgemeinderat angenommenen Antrages der Gemeinde Jübar auf Einrichtung eines sogenannten „Klassenzimmers plus“ in dem Gebäude mussten sowohl der Bauantrag als auch das Brandschutzkonzept geändert werden. „Das haben wir getan und auch die Ausschreibung entsprechend angepasst“, berichtete Verbandsgemeinde (VG)-Bürgermeister Michael Olms im Einrichtungs- und Sozialausschuss des VG-Rates.

Offen waren bis zuletzt noch die Mehrkosten, die durch die gewünschte Zusammenlegung zweier Räume im Erdgeschoss entstehen. „Die betragen nach unseren Berechnungen 66 993 Euro“, erklärte Bauamtsleiter Markus Starck. Da sich die Gemeinde Jübar bereit erklärt hatte, die Summe zu tragen (Volksstimme berichtete), hat die Verbandsgemeinde jetzt ein entsprechendes Schreiben mit einer Vereinbarung zur Kostenübernahme verschickt.

Geplant ist, zwei Wände zu entfernen und dadurch einen großen Klassenraum zu schaffen. Der kann durch eine eingebaute Faltwand bei Bedarf geteilt werden. „Da es sich um tragende Wände handelt, die entfernt werden sollen, wird es etwas schwierig und auch teurer“, erläuterte Markus Starck. So müsse während der Bauphase ein komplettes Stahlgerüst eingezogen werden, das bis zum Kellergeschoss runter reicht und die Wand abfängt. Derzeit fehle das Okay des Prüfstatikers, der sich alles noch einmal ansieht.

Zehn Kilometer Kabel und Leitungen werden verlegt

Auch die Fundamente müssen abgestützt und unterschiedliche Fußbodenhöhen in dem dann größeren Raum angeglichen werden. Durch diese und andere Maßnahmen komme man auf die geschätzte Mehrkostensumme von knapp 67 000 Euro, so Starck.

Die Hauptarbeiten, die am Grundschulgebäude ab August geplant sind, betreffen die Sanierung der kompletten Elektroinstallation und die brandschutz- und sicherheitstechnische Anpassung des Hauses an die vorgeschriebenen Standards. Dafür stehen im aktuellen Haushalt der Verbandsgemeinde 568 500 Euro bereit. Die gleiche Summe ist für den Etat 2021 vorgesehen. 341 000 Euro hat die VG als Fördermittel beantragt.

„Mit fünf Gewerken sind wir bereits in der Ausschreibung“, informierte VG-Bürgermeister Michael Olms. Bereits am kommenden Donnerstag sei die Submission geplant, dann könnten die Aufträge vergeben werden. „Wir hoffen auf die entsprechenden Angebote. Zumindest sind zu allen Ausschreibungen schon Abforderungen von Firmen erfolgt“, zeigte sich Markus Starck vorsichtig optimistisch. Da die ersten fünf Gewerke, die ausgeschrieben wurden, etwa zwei Drittel der Gesamtkosten repräsentieren, werde man danach in etwa wissen, „wohin die Reise in finanzieller Hinsicht geht“.

Am 3. August sollen die ersten Firmen im Gebäude mit der Arbeit beginnen, so sieht es die Ausschreibung vor. Zum einen wird die komplette Starkstromtechnik erneuert. Es geht um die Verlegung von zirka zehn Kilometer Kabel und Leitungen und den Anschluss von Haupt- und Unterverteilern, einem Datenschrank mit zirka 30 Anschlussdosen, einer Wechselsprechanlage und einem Zentralbatteriesystem mit zirka 50 Leuchten. Diese Arbeiten werden sich wie der Einbau der Sicherheitstechnik bis zum 11. Juni nächsten Jahres hinziehen. Hier ist die Errichtung einer Brandwarn-, einer elektrischen Lautsprecheranlage und zweier natürlicher Rauchabzugsanlagen geplant.

Die Maurerarbeiten sollen bereits zum 27. November abgeschlossen sein. Hier geht es unter anderem um das Einziehen diverser Türöffnungen und Stürze und das Abbrechen einer Innenwand inklusive Stahlrahmenabfangung. Ende November starten nach derzeitigem Plan dann auch die Tischler und Trockenbauer ihr Werk. Sie sollen bis 12. März 2021 unter anderem die mobile Trennwand im „Klassenzimmer plus“, neue Innentüren sowie Brandschutz-Türelemente einbauen.

Bis zum 15. Januar nächsten Jahres erfolgt zudem der Einbau zweier Gasbrennwertkessel, die die alte Ölheizung ersetzen sollen, die Demontage der alten Toilettenanlage und die Erneuerung von 100 Meter Trinkwasser- und 200 Meter Heizungsleitungen. „Die Schlosser-, Maler- und Bodenbelagsarbeiten schließen sich als Folgegewerke an“, informierte der Bauamtsleiter.

Von Walter Mogk VOLKSSTIMME

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