Verbandsgemeinde und Jugendamt haben auf Kritikpunkte von Jübarer Eltern reagiert

Wie die Hortbetreuung für die Jübarer Grundschüler trotz Umzugs nach Klötze aussehen könnte, dafür haben Kreis-Jugendamt und Verwaltung der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf mehrere Ideen erarbeitet.

„Eigentlich wollten wir heute die Varianten mit dem Hort-Kuratorium abstimmen. Doch leider hat dieses eine halbe Stunde vor dem Termin abgesagt“: Das schilderte Susann Meinecke, Mitarbeiterin des Kreis-Jugendamtes, die unter anderem als Fachaufsicht für den Jübarer Hort zuständig ist, während der Verbandsgemeinde-Ratssitzung in Mehmke.

Zuvor hatte VG-Bürgermeister Michael Olms daran erinnert, dass die Eltern in gestaffelten Beratungen am 16. Juni über die Umzugspläne informiert worden seien, da die Grundschule Jübar ab den bevorstehenden Sommerferien saniert werden soll. Fragen habe es kaum gegeben. Am 26. Juni sei dann ein Forderungskatalog eingegangen. Darin sei unter anderem kritisiert worden, dass die Hortbetreuung in den Ferien in der Ausweichschule in Klötze erfolge und die Eltern fürs Bringen und Abholen zuständig seien (wir berichteten). Eine Strecke sei 27 Kilometer lang. Das Kreis-Jugendamt sei um die Vermittlung gebeten worden.

Seit Juni 2017 trägt der Jübarer Hort den Namen „Regenbogenkinder“. Damals enthüllten Tamina Arnold und VG-Bürgermeister Michael Olms das Namensschild. Archivfoto: Walter Mogk VOLKSSTIMME

„Mir ist das Schreiben am 29. Juni zugegangen“, sagte Susann Meinecke. Sie habe einen Tag später einen Vor-Ort-Termin im Hort mit Hort- und Schulleiterin sowie Vertretern des Trägers anberaumt, weil sie sich ein Bild davon machen wollte. Gemeinsam mit dem Träger seien Lösungsvorschläge erarbeitet worden. „Bis heute habe ich keinen Anruf von den Eltern bekommen. Die Handlungsaufforderung kam allein aus der Verbandsgemeinde“, machte die Jugendamts-Mitarbeiterin deutlich.

Herauskristallisiert habe sich vor Ort, dass die Ferien das größte Problem seien. Ursprünglich sollte die Hortbetreuung in Klötze erfolgen, damit die Kinder das neue Haus kennenlernen. Nun lägen aber andere Ideen auf dem Tisch. Am 16. und 17. Juli erfolge das Angebot noch in Jübar. „In den ersten beiden kompletten Wochen könnte der Ferienhort in Diesdorf stattfinden, weil die dortige Einrichtung dann Schließzeit hat“, sagte Susann Meinecke. Die nächsten beiden Wochen sei der Jübarer Hort geschlossen. Und vom 17. bis 26. August könnte eine Räumlichkeit in der Region genutzt werden, wobei noch eine Absprache mit dem Eigentümer erforderlich sei. „Diese Varianten würden den Eltern den Weg nach Klötze ersparen. Auch wenn sie laut Gesetz für den Weg von und zum Hort selbst zuständig sind“, erklärte die Jugendamtsmitarbeiterin und fügte hinzu, dass ein Rechtsurteil besage, dass eine einfache Strecke von einer halben Stunde zumutbar sei.

Entweder länger öffnen oder Busfahrt in Kita

Auch für die Hortbetreuung nach dem Schultag gebe es zwei Varianten. Zum einen könne der Hort bis 18 Uhr geöffnet bleiben, damit auch Pendler ihre Kinder abholen können. Zum anderen wäre es möglich, dass die Kinder samt einem Erzieher mit dem 14.45 Uhr-Bus nach Jübar fahren und dort in der Kita bis 17 Uhr nachbetreut werden. In dem Raum würde auch die Frühhort-Betreuung erfolgen. „Ich hätte Sie gern informiert, wofür sich das Hort-Kuratorium ausspricht. Aber durch die Terminabsage ist das nicht möglich“, sagte Susann Meinecke, die hinzufügte, dass sie weiterhin an der Meinung der Eltern interessiert sei.

Sie verwies darauf, dass relativ schnell ein Gespräch geführt werden müsse, weil die Zeit dränge. Nur so könne die Ausnahmegenehmigung, egal für welche Variante, rechtzeitig erteilt werden. VG-Ratsmitglied Günther Serien, zugleich Vorsitzender des VG-Sozialausschusses, beraumte auf Anregung von Ninett Schneider das klärende Gespräch für Montag, 13. Juli, an. Dazu sollen die Mitglieder des Hort-Kuratoriums eingeladen werden. Das Ergebnis wird danach an Susann Meinecke weitergegeben.

Von Anke Pelczarski VOLKSSTIMME

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