Sozialausschuss-Sitzung mit Elternvertretern bringt vorläufige Lösung im Jübarer Hortstreit

Im Streit um die Hortunterbringung der Jübarer Grundschüler während des Schulumbaus ist eine Lösung in Sicht. Die Elternvertreter wollen weiter nach einem passenden Standort in Jübar suchen, stimmten aber dem vorgestellten Kompromissvorschlag erst einmal zu.

Auf dem Jübarer Grundschulhof kamen der Sozialausschuss des Verbandsgemeinderates sowie Vertreter der Verwaltung, des Jugend- und des Schulamtes, mit den Elternvertretern ins Gespräch. Auch zahlreiche Eltern nahmen an der Zusammenkunft teil.
Foto: Walter Mogk VOLKSSTIMME

Der Andrang war riesig bei der kurzfristig anberaumten Zusammenkunft des Einrichtungs- und Sozialausschusses des Verbandsgemeinderates am Montagabend in der Jübarer Grundschule. Mehr als 50 Eltern wollten der Diskussion über Lösungsmöglichkeiten im aufgeflammten Streit über die Unterbringung des Hortes während der geplanten Schulsanierung beiwohnen – zu viele für einen der angedachten Räume in der Schule, erst recht unter Corona-Bedingungen. Also wurde kurzerhand der Schulhof zum Versammlungsort umfunktioniert.

Eltern wollen Vorschläge für Räume in Jübar machen

Ausschussvorsitzender Günther Serien machte gleich zu Beginn klar, dass der Blick nicht zurück geht. „Was in der Vergangenheit passiert ist, bringt uns nicht weiter. Wir werden hier heute auf alle Fälle mit einer Lösung rausgehen, weil uns die Zeit davon läuft“, kündigte er an. Wie der Kompromiss zu der von den Eltern kritisierten Hortunterbringung in Klötze samt langer Anfahrtswege für das Abholen der Kinder (Volksstimme berichtete) aussehen könnte, stellte Hauptamtsleiterin Anja Schrader vor. Demnach könnte die Ferienhortbetreuung vom 20. bis 31. Juli im Diesdorfer Hort erfolgen, da der dann geschlossen ist. Das Diesdorfer Hortkuratorium sei damit einverstanden.

Vom 3. bis 14. August läuft die reguläre Schließzeit des Jübarer Hortes, danach könnten die Kinder bis zum Schulbeginn im Pfarrhaus an der Jübarer Kirche betreut werden. „Die Zustimmung des Gemeindekirchenrates liegt vor, die Essenversorgung wäre noch zu klären, vielleicht mit der ortsansässigen Gastronomie“, berichtete Anja Schrader.

Für die Schulzeit ab 27. August stehen zwei Varianten zur Auswahl: Entweder die Verlängerung der Öffnungszeit des Hortes in Klötze bis 18 Uhr, um den Eltern mehr Zeit zum Abholen ihrer Kinder zu gewähren. Oder der Rücktransport aller noch übrigen Hortkinder mit einem Extrabus um 14.45 Uhr und einem Erzieher nach Jübar. Dieser würde um 15.27 Uhr dort ankommen, und die Hortkinder könnten dann bei Bedarf bis 17 Uhr in einem Raum in der oberen Etage der Kita betreut werden. „Dort findet auch der Frühhort vor der Schule von 6 bis 7.10 Uhr statt“, informierte Anja Schrader.

Hort-Kuratoriumsvorsitzende Cornelia Kampe zeigte sich erfreut über die Vorschläge. Mit der Ferienhort-Regelung könnten die Eltern gut mitgehen. „Und während der Schulzeit wäre die zweite Variante durchaus praktikabel“, erklärte sie. Allerdings sei aus Sicht der Eltern nach wie vor der Vorschlag zu prüfen, den Hort während der Schulsanierung generell in Jübar zu belassen. „Es gibt geeignete Räumlichkeiten, etwa das Pfarrhaus, wo sogar eine Bushaltestelle vor der Tür ist“, meinte auch Kuratoriumsmitglied Katharina Meyer. Von hier aus könnten die Kinder nach dem Frühhort nach Klötze fahren und nach dem Mittagessen wieder zurück.

Doch so einfach ist das offenbar nicht. „Bevor so ein Ausnahmestandort für eine Dauerlösung genehmigt wird, muss genau geprüft werden, ob die vorgeschriebene Fläche von 2,5 Quadratmeter pro Kind vorhanden ist, wie es mit dem Brandschutz, den Sanitär- und Versorgungsräumen aussieht“, erläuterte Jugendamtsleiterin Susann Meinecke. Berücksichtigt werden müsse auch, dass unterschiedliche Altersgruppen verschiedene Angebote und Rückzugsmöglichkeiten brauchen. „60 Kinder in einen Saal zu sperren, das geht beispielsweise nicht“, meinte sie.

Die Elternvertreter boten an, Vorschläge für geeignete Räume zu machen und der Verbandsgemeinde zu übermitteln. Diese sollen dann geprüft werden. „Bis zu den Herbstferien könnten wir dann ja erst einmal nach der zweiten Variante verfahren und hätten dann vielleicht eine genehmigte Lösung in Jübar“, fasste Cornelia Kampe das weitere Verfahren zusammen.

Von Walter Mogk VOLKSSTIMME

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